Louis-Braille-Festival 2019: Was ist los in Leipzig?

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Aber nicht nur das: Sie müssen auch inhaltlich geplant und gestaltet werden. Keine leichte Aufgabe! Schließlich sind viele Menschen mit den unterschiedlichsten Aufgaben an den Vorbereitungen beteiligt. Deren Arbeit muss koordiniert, Räume und Equipment organisiert, Fördermittel akquiriert und das Budget geplant werden.
Sandra Plessing arbeitet als Veranstaltungsmanagerin in der DZB und organisiert gemeinsam mit dem DBSV das Louis-Braille-Festival 2019, das vom 5. bis 7. Juli in Leipzig stattfindet. Wir sprachen mit ihr über die Herausforderungen bei der Festivalorganisation.

Zuallererst die Frage an dich als Veranstaltungsmanagerin: Bist du stressresistent?

Ich denke schon. Stressresistent sollte man bei diesem Job auf jeden Fall sein. Ich konnte das schon bei meiner Mitwirkung an unterschiedlichen Veranstaltungen und kleinen Festivals austesten und unter Beweis stellen. Ich liebe es, Ideen umzusetzen und zu organisieren und bin, glaube ich, schon ganz gut darin zu koordinieren und die Fäden in der Hand zu halten, um Schritt für Schritt einem Ziel näher zu kommen. Ich weiß – mehr oder weniger – was mich erwartet, aber das Louis-Braille-Festival ist auf jeden Fall die bislang größte Veranstaltung und ich freue mich über diese Herausforderung.

Welche Herausforderungen gibt es für die Organisatoren des Festivals und speziell für dich?

Ich glaube, die größte Herausforderung ist es, viele unterschiedliche Interessen und Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Aber davon abgesehen würde ich es mehr als Chance sehen, die Themen Inklusion und Barrierefreiheit auch in die Stadt Leipzig zu tragen. Hier stoßen wir mit dem Festival tatsächlich an allen Ecken auf offene Ohren, was mich sehr freut. So macht das Arbeiten großen Spaß, auch wenn es hin und wieder Hindernisse zu überwinden gilt.

Wie ist der Stand der Vorbereitungen für das Louis-Braille-Festival?

Datum und Ort stehen fest. Hauptveranstaltungsort wird die Kongresshalle am Zoo Leipzig sein und der unmittelbar an die Kongresshalle grenzende Zoo Leipzig – auch er öffnet sein Gelände für Festivalteilnehmer. Damit stehen die wichtigsten Rahmenbedingungen fest. Gerade sind wir dabei, das Programm zu planen und nach und nach die Akteure anzufragen, weitere Gelder und die Helfer zu akquirieren. Denn ein tolles Festival braucht vor allem engagierte Menschen, die mitmachen.

Viele Angebote der Leipziger Kulturszene

Welche Veranstaltungen werden dort stattfinden?

Es gibt in der Kongresshalle ausreichend Räume unterschiedlicher Größen und Stile für ein abwechslungsreiches Programmangebot: Kultur zum Genießen, Aktionen zum Mitmachen, Stände zum Informieren und Gastronomie-, Flanier- und Entspannungsbereiche. Vielfältige Angebote aus den Bereichen Musik, Theater, Hörspiel, Poetry-Slam, Stand-up-Comedy, Lesung, Film, Sport und Spiel sollen zwei Tage lang ebenso auf dem Programm stehen wie ein bunter Gala-Abend am Freitag. Die Festival-BesucherInnen dürfen sich außerdem auf Spiel- und Sport-Angebote und eine Rallye freuen, die durch den Zoo Leipzig führt. Auch wird es besondere Führungen für blinde und sehbehinderte FestivalteilnehmerInnen geben. Im Konzertgarten des Zoos, der direkt vor der Terrasse der Kongresshalle liegt, wird es ein buntes Bühnenprogramm geben. Weiterhin werden, wie auch schon in den vergangenen Jahren, sportliche Aktivitäten wie Kletterturm, Kartbahn, Trampolin und vieles mehr angeboten. Dafür stehen die Eventflächen des Zoos zur Verfügung. Sehende ZoobesucherInnen können die Angebote mit verbundenen Augen wahrnehmen. Am Samstag informieren die Landesverbände, Berufsförderungswerke und andere Einrichtungen der Blinden- und Sehbehinderten-Selbsthilfe auf dem Markt der Begegnungen mit interaktiven Angeboten über ihre Arbeit.

Gibt es noch andere Veranstaltungsorte in Leipzig?

Um der inklusiven Ausrichtung des Festivals noch stärker gerecht zu werden, ist eine öffentlich angelegte Open-Air-Veranstaltung im Leipziger Stadtraum geplant. Diese bietet die Möglichkeit, die Leipziger und weitere Gäste einzuladen. Angedacht ist ein buntes Kulturprogramm, das gemeinsam mit ausgewählten Vertretern der Leipziger Kulturszene und unterschiedlichen blinden und sehbehinderten KünstlerInnen und AkteurInnen entwickelt und umgesetzt wird.

Über das Festival hinaus hat Leipzig viel zu bieten. All diese Angebote sollen in einem Begleitprogramm zusammengestellt werden und so ein „Miteinander“ auch außerhalb des Festivalgeländes in der Stadt eröffnen.

Welche Programmpunkte würdest du Teilnehmern besonders empfehlen?

Da möchte ich mich ungern festlegen, zumal die genauen Akteure und Details noch nicht alle feststehen. Das gesamte Programm wird sehr vielseitig und spannend sein und hat unterschiedliche Schwerpunkte, so dass für jeden etwas dabei ist. Die Veranstaltungen im Zoo haben sicherlich einen ganz besonderen Reiz für BesucherInnen von nah und fern. Ich würde allen BesucherInnen raten auf jeden Fall ein paar Tage mehr einzuplanen, um neben den Festivalaktivitäten auch die vielseitigen Angebote der Leipziger Kulturszene wahrnehmen zu können, die wir in einem Begleitprogramm zusammenstellen werden.

Was machst du, wenn du nicht als Kulturmanagerin unterwegs bist?

Kunst, Kultur und Musik sind auch meine Hobbys, so dass ich schon öfters auf Vernissagen, Kulturveranstaltungen und Konzerten verschiedenster Art in Leipzig und auch anderswo anzutreffen bin. Ich reise gern und habe auch gern eine Kamera oder ein Buch in der Hand.

Vita

Sandra Plessing (38) studierte an der Universität Leipzig Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften. Im Anschluss an ihr Studium arbeitete sie mehrere Jahre als Beraterin für Unternehmenskommunikation, bevor sie sich immer mehr dem Kunst- und Kulturbereich widmete und inzwischen in der Kulturszene Leipzigs in unterschiedlichen Feldern beteiligt ist, sowohl im Projektmanagement als auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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