Wir öffnen Türen…

Tipps und Tricks zur barrierefreien E-Book-Gestaltung

In diesem Jahr versüßen wir Verlagen, Publizisten und allen Interessierten die Weihnachtszeit mit einem besonderen Adventskalender. Türchen für Türchen beantwortet die DZB spannende Fragen zur Erstellung barrierefreier EPUB-Publikationen. Weiterlesen …

Ein Beutel Kirschen als Dankeschön

Zwei Frauen, eine sitzend und eine stehend vor einem Tisch, im Hintergurnd das Beratungsmobil
Das „Blickpunkt-Auge“-Team Liane Völlger und Ulrike Meinhold

Der Terminkalender von Liane Völlger und Ulrike Meinhold ist reichlich gefüllt. Die eine arbeitet als Bibliothekarin in der DZB, die andere beim BSV Sachsen „Blickpunkt Auge“. Beide treffen sich an zwei bis drei Tagen in der Woche und sind dann mit dem Beratungs- und Bibliotheksmobil „Blickpunkt Auge“ in Sachsen unterwegs. Im Juni stand der weiße Mercedes-Sprinter mit dem blauen Auge beispielsweise in Hoyerswerda, Kamenz, Meißen, Löbau, Zittau und Bautzen auf Marktplätzen oder vor Bibliotheken. Die beiden „Blickpunkt-Auge“-Beraterinnen informieren über Zuständigkeiten und staatliche Leistungen, aber auch über rechtliche und finanzielle Ansprüche seheingeschränkter Menschen. Sie geben einen Überblick über Sehhilfen und andere Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern können.
Wir haben nachgefragt und wollten mehr wissen über die Menschen, die zu ihnen kommen und Rat suchen, über die Resonanz vor Ort auch in ländlichen Regionen und darüber, was noch besser gehen könnte. Weiterlesen …

Mit anderen Augen – Inklusionspaten ermöglichen Teilhabe

Logo Inklusionspaten mit 2 stilisierten Personen

Die Woche des Sehens macht mit bundesweiten Aktionen vom 8. bis 15. Oktober auf die Belange von blinden und sehbehinderten Menschen aufmerksam. „Mit anderen Augen“, so lautet das diesjährige Motto, das auch für ein aktuelles Leipziger Projekt sehr gut passt: Leipziger Bürger*innen engagieren sich als sogenannte Inklusionspaten und begleiten blinde und sehbehinderte Menschen zu Kultur- und Freizeitangeboten. So wird Teilhabe ermöglicht! Weiterlesen …

Frankfurter Buchmesse: Informationsveranstaltung „Anpassung des deutschen Urheberrechtsgesetzes – Chancen und Herausforderungen des Marrakesch-Vertrages“

Programmablauf

11. Oktober, 10 Uhr in Halle 3.1, Raum „Resonanz“

Elke Dittmer
Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Elke Dittmer, Geschäftsführerin der Stiftung Centralbibliothek für Blinde sowie der Norddeutschen Blindenhörbücherei e.V. (NBH) und Vorsitzende der Mediengemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen (MEDIBUS e.V.). Weiterlesen …

Die DZB auf der Frankfurter Buchmesse

Wenn sich am 10. Oktober die Tore des Frankfurter Messegeländes öffnen, ist es wieder so weit: BuchliebhaberInnen und Fachleute der Verlagsbranche aus aller Welt treffen sich zur Frankfurter Buchmesse. In diesem Jahr ist auch die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) mit einem Stand (H33 in Halle 3.1) sowie einer Infoveranstaltung vertreten. Weiterlesen …

Wie musizieren blinde und seheingeschränkte Menschen?

aufgeschlagenes Braillenotenwerk
Braillenoten

In ihrem Forschungsprojekt Musikalische Kommunikation: Modus Braille untersucht Dr. Juliane Bally das Musizierverhalten blinder und sehbehinderter Musikerinnen und Musiker im deutschsprachigen Raum. Sie hat bisher viele Befragungen durchgeführt, doch diese reichen noch nicht aus. Bis zum Ende des Projektes (Ende November 2019) braucht sie mindestens noch 30 Personen, damit die Studie wissenschaftliche Beweiskraft besitzt. Im Folgenden lesen Sie hier ihren interessanten Zwischenbericht, der noch einmal alle ermuntern und einladen soll, das Projekt zu unterstützen. Weiterlesen …

Reliefführer: Zeitreise durch die sächsische Industriegeschichte

Reliefseite mit Dampfmaschine
Dampfmaschine im Relief

Immer mehr Museen greifen den Gedanken der Inklusion auf und beginnen ihre Ausstellungsräume so zu gestalten, dass sie für jedermann zugänglich sind. So auch das Industriemuseum Chemnitz.

Es ist die Größe der Ausstellungsstücke, die jeden Besucher des Museums fasziniert. Eine Dampfmaschine von acht Metern Länge mit 23 Meter langen Sisalseilen, die die erzeugte Energie zu einem Generator weiterleiten, eine sechs Meter lange Spinnmaschine mit 152 Spindeln und eine 12 Meter lange sowie 5 Meter hohe Lokomotive aus dem Jahr 1910 gehören zu den Exponaten, die im Industriemuseum in Chemnitz ausgestellt sind. Auf circa 3500 qm lädt das Museum zu einem Streifzug durch 220 Jahre sächsischer Industriegeschichte ein. Diese imposante Größe im Kleinen darzustellen, damit blinde und sehbehinderte Besucher sich ein Bild von den Ausstellungsstücken machen können, war das Ziel des Reliefführers durch die Dauerausstellung des Industriemuseums. „Ich habe ähnliche Reliefführer in anderen Museen gesehen, die von der DZB produziert wurden. Da wir unser Museum ein Stück weit barrierefreier gestalten wollen, haben wir uns an die DZB gewandt“, sagt Sandra Dannemann, Museumspädagogin.

Von imposanten Maschinen und filigranen Spindeln im Relief Weiterlesen …

Bevor wir eine Geschichte verschenken …

Vier Kinder mit ihren Skateboards, einer springt
Titelblatt des Buch im MAXI-Druck

Jedes Jahr am 23. April, zum Welttag des Buches, begeistert die Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ in ganz Deutschland viele Kinder. In Buchhandlungen, Schulen und Bibliotheken erhalten die Steppkes zum Lesefest ein Buch mit einer spannenden Geschichte, die sie gemeinsam lesen.

Die DZB produziert das Buch mit Unterstützung des Fördervereins „Freunde der DZB e. V.“ in Brailleschrift, E-Braille sowie in MAXI-Druck und verschenkt es an alle interessierten Blindenschulen, Bibliotheken und Vereine. Dadurch ist es auch blinden und seheingeschränkten Kindern möglich, an diesem Lesefest teilzunehmen. Doch bevor die Kinder das Buch in den Händen halten können, steht eine Menge Arbeit an.

Januar

Der Titel des aktuellen Kinderbuches zur Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ steht fest. Unklar ist noch, ob die DZB die Nachdruckgenehmigung des Verlages erhält. Als erstes fragt sie also beim Verlag Random House an, ob sie das Buch in Brailleschrift und MAXI-Druck produzieren kann. Das klappte bisher prima: Der Verlag erteilt uns die Druckgenehmigung und schickt uns die erforderlichen Daten.

Februar

Nun kann’s losgehen! Zunächst wird das Buch mithilfe moderner Software in Kurz- und Vollschrift übertragen und danach Korrektur gelesen. Währenddessen schreiben wir alle Schulen an. Sie sollen uns mitteilen, wie viele Exemplare in welchen Editionsformen sie brauchen. Inzwischen haben wir auch die Nachdruckgenehmigung für das Cover des Buches im MAXI-Druck erhalten.

März

Wir beginnen mit der Produktion des Buches im MAXI-Druck. Als erstes wird das Layout nach verschiedenen Standards festgelegt. Bis Anfang März liegen uns die Bedarfsmeldungen der Schulen vor. Jetzt wird die Auflagenhöhe je Editionsform festgelegt und der Braille-Druck kann erfolgen. Danach haben die Mitarbeiter der Buchbinderei alle Hände voll zu tun. Parallel dazu werden im Studio CDs mit den Daten für die E-Braille-Ausgabe gebrannt und das Cover für die CD-Hüllen gedruckt.

April

Die Druckmaschine für die Bücher im MAXI-Druck läuft auf Hochtouren. In knapp drei Wochen müssen die Bücher fertig sein. Den letzten Schliff erhalten sie durch eine Spiralbindung. Nun sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Versands dran. Bei ihnen türmen sich sowohl die Bücher in Kurz- und Vollschrift als auch die Bücher im Maxi-Druck. Jedes Buchpaket erhält eine Adresse und wird einige Tage vor dem 23. April an die Empfänger verschickt.

Es ist soweit! Das Kinderbuch erreicht die Schulen, Bibliotheken und Vereine. Blinde und seheingeschränkte Schülerinnen und Schüler können es gemeinsam mit sehenden am Welttag des Buches oder auch später lesen.

 

DZB-Hörbücher in Öffentlichen Bibliotheken

Seit Mai 2016 können Menschen mit Seheinschränkungen direkt vor Ort in ihrer Stadtbibliothek – beispielsweise in Bautzen, Chemnitz oder Riesa – ein zusätzliches Angebot an Hörbüchern aus der DZB nutzen. Ermöglicht wird dies durch eine Initiative der DZB mit den öffentlichen Bibliotheken. Diese Partnerbibliotheken haben direkten Zugriff auf die rund 40.000 Hörbücher der DZB im speziellen DAISY-Format.

Nach einer eintägigen Schulung sind die Bibliothekarinnen und Bibliothekare der Stadt- und Gemeindebibliotheken in der Lage, ihre sehbehinderten Nutzer unkompliziert anzumelden, die Kataloge der DZB zu nutzen, Hörbücher zu bestellen und diese dann kostenlos entweder in die Stadtbibliothek oder direkt zum Nutzer nach Hause schicken zu lassen. Sehbehinderte Bibliotheksnutzer halten so weiterhin den Kontakt zu ihrer Stadt- bzw. Gemeindebibliothek, deren Mitarbeiter ihnen jederzeit helfend zur Seite stehen. Die Initiative der DZB erweckt großes Interesse. Bisher bieten ca. 50 öffentliche Bibliotheken in Sachsen und Sachsen-Anhalt diesen neuen Service an. Besonders in ländlichen Gebieten erweitert das spezielle Hörbuchangebot der DZB die Medienauswahl der Bibliotheken enorm. Wir sprachen mit Caroline Schürer, Bibliothekarin in der DZB und Initiatorin des Projektes.

Wie ist die Idee zur Initiative entstanden?

Wir stellen immer wieder fest, dass wir viele Betroffene nicht mit unserem Angebot erreichen können oder andersherum: Diese Menschen haben bisher ebenso wenig den Weg in die DZB gefunden. Das sind meist ältere, spät Erblindete oder von einer Augenerkrankung betroffene Menschen. Die Gründe sind unterschiedlich: Zum Beispiel gibt es bei Sehverlust bislang in Deutschland keine medizinische Rehabilitation als Regelleistung. Auch haben ältere Menschen häufig keine Ansprechpartner und sind insbesondere in ländlichen Regionen nicht mehr mobil genug. Dadurch fehlen ihnen das Wissen und der Zugang zu passenden Angeboten. Außerdem ist die Hürde, sich bei einer Blindenbücherei anzumelden, sehr hoch. Das wollten wir ändern und so kommt die DZB mit ihrem Angebot zu den Menschen, um sie an deren „alltäglichen Orten“ zu erreichen. Dabei suchen wir die Zusammenarbeit mit entsprechenden Institutionen, wie beispielsweise Augenärzten und Optikern, aber auch mit kulturellen Einrichtungen wie Stadt- und Gemeindebibliotheken.

Wie überzeugen Sie die Bibliothekare von Ihrer Initiative?

Die Zusammenarbeit mit den Landesfachstellen der entsprechenden Bundesländer erwies sich dabei als unerlässlich. Die Landesfachstellen vermittelten uns viele Kontakte zu öffentlichen Bibliotheken. Wir bekamen mehrmals die Möglichkeit, bei Bibliotheksveranstaltungen, wie Fachleitertagungen und Treffen der öffentlichen Bibliotheken, die Initiative vorzustellen. Unser Vortrag beim Bibliothekskongress 2016 zur Leipziger Buchmesse stieß auf großes Interesse, so dass viele Bibliotheken zu unseren Schulungen kamen und noch kommen. Viele Bibliothekare und Bibliothekarinnen schätzen an der Initiative besonders, dass diese unkompliziert ist, und sie kostenfrei einen Beitrag zu gleichberechtigter Teilhabe leisten können.

Welche Pläne gibt es für die Zukunft? Wie geht es weiter? Weiterlesen …